Type Design · 2019–2021
Zwei Schriften. Zwei Charaktere.
Beide Schriften entstanden im Masterstudium an der Fachhochschule Potsdam unter der Leitung von Luc(as) de Groot — einem der einflussreichsten Schriftgestalter der Gegenwart, bekannt für Schriften wie Thesis und Calibri.
Laszlo Serife ist eine serifenbetonte Linearantiqua mit kantiger, zugleich dynamischer Formensprache. Die hohe x-Höhe sorgt für eine starke Zeilenbindung und gute Lesbarkeit im Text. Die Serifen sind ungekehlt — ein bewusster gestalterischer Entscheid der der Schrift ihren unverwechselbaren Charakter gibt. Sie existiert in einem Schnitt und verfügt über einen umfangreichen Zeichensatz mit diakritischen Zeichen und Mediävalziffern. Die nahezu monolineare Strichstärke und die konstruierten Versalien geben der Laszlo Serife ihren unverwechselbaren Charakter — klassische Serife im Skelett, aber mit einer Sachlichkeit die eher an einen Grotesken erinnert.
Rocketman — benannt nach dem Song von Elton John — hat eine verspielte und spacige Formensprache, die trotzdem nicht übertreibt: Die Schrift bleibt ruhig und gut lesbar. Sie existiert in vier Schnitten: Regular, Medium, Bold und Heavy. Dafür wurde zunächst eine Interpolationsmatrix erstellt und die Gewichte interpoliert — ein technisch anspruchsvoller Prozess der zeigt wie Schriftfamilien systematisch entwickelt werden. Auch Rocketman hat einen umfangreichen Zeichensatz mit Mediävalziffern. Was die Rocketman besonders auszeichnet ist die Konsequenz ihrer Details: die charakteristischen Einschnitte im x, die weit geöffneten Gegenformen, das konsequent durchgezogene gestalterische Prinzip. Im Heavy-Schnitt zeigt sich die technische Qualität besonders deutlich — die Gegenformen bleiben offen und die Schrift verliert auch bei großem Gewicht nichts von ihrer Lesbarkeit.